Das „Flache Haus“ in Schytomyr ist eines der ungewöhnlichsten architektonischen Denkmäler der Stadt. Es wird auch „Chimärenhaus“ oder „herzförmiges Haus“ genannt, aber der Haupt-„Gag“ ist eine optische Täuschung. Betrachtet man es aus dem richtigen Blickwinkel, scheint es, als hätte das Gebäude nur eine einzige Mauer – so schmal ist es von der Schmalseite her.
In Wirklichkeit handelt es sich um ein vollwertiges Bauwerk mit einer sehr unkonventionellen Geometrie.
Geschichte des Gebäudes
Das „Flache Haus“ entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – höchstwahrscheinlich in den 1870er Jahren, als sich die Stadt aktiv entwickelte und bebaut wurde. Dies war die Epoche der Entstehung des Zentrums von Schytomyr, in der jedes Stück Land zählte und Architekten mit schwierigen Grundstücken arbeiten mussten.
Genau diese Situation war der Grund für das Entstehen dieses ungewöhnlichen Gebäudes. Das Grundstück lag an der Ecke des Platzes und der damaligen Hilarion-Straße (heute Hruschewskyj-Straße) und hatte eine komplexe Form. Anstatt diese Einschränkung zu ignorieren, machte der Architekt sie zur Grundlage des Projekts: Die Wände des Hauses laufen nicht in einem rechten, sondern in einem spitzen Winkel zusammen, wodurch der Grundriss dreieckig wurde.
Dadurch entstand der Effekt, den heute jeder Tourist kennt: Aus einem bestimmten Blickwinkel scheint es, als habe das Haus nur eine Wand. In Wirklichkeit handelt es sich um ein vollwertiges Bauwerk, dessen Geometrie lediglich eine optische Täuschung erweckt. Daher auch der Name – „Flaches Haus“.
Ursprünglich hatte das Gebäude einen praktischen Zweck – es wurde für die städtische Feuerwehr auf dem Gelände des Zlatorowitsch-Anwesens errichtet, wo sich in den 1870er Jahren die erste städtische Feuerwehreinheit befand. Es handelte sich also weder um dekorative Architektur noch um ein Experiment um des Effekts willen, sondern um eine rationale Raumnutzung im Stadtzentrum.
Später wechselten die Funktionen des Hauses, aber seine einzigartige Form blieb unverändert und zog sofort die Aufmerksamkeit der Stadtbewohner auf sich. Der Baustil ist Eklektizismus: Die Fassade verbindet Züge des Klassizismus und der Neorenaissance. Heimatforscher zählen das Haus zu den architektonischen Denkmälern von lokaler Bedeutung.
Später tauchte ein weiterer Name auf – „herzförmiges Haus“: Aus einem bestimmten Blickwinkel bilden die beiden Flügel des Gebäudes eine Silhouette, die einem Herzen ähnelt. Dies brachte eine Reihe von Stadtlegenden hervor – von romantischen Geschichten über ein Geschenk an die Geliebte bis hin zu Versionen über eine Einrichtung zweifelhaften Rufs. Keine davon ist dokumentarisch bestätigt, aber sie alle sind Teil der städtischen Folklore geworden.
Ähnliche „flache Häuser“ gibt es auch in anderen Städten der Welt, doch in Schytomyr entstand diese Lösung nicht als Nachahmung von Moden, sondern als erzwungene Anpassung an die Bedingungen der Bebauung. Genau das macht es im lokalen Kontext so einzigartig.
Heute befindet sich im Gebäude das Städtische Informationszentrum, und das Haus selbst ist zu einer der bekanntesten architektonischen Sehenswürdigkeiten von Schytomyr geworden, die gezielt besucht und fotografiert wird.
Warum „herzförmiges Haus“
Betrachtet man das Gebäude von oben oder aus einem bestimmten Blickwinkel, sieht man, dass seine beiden Flügel eine Silhouette bilden, die einem Herzen ähnelt. Daher auch der andere, „romantische“ Name.
Diese Form hat einige Stadtlegenden hervorgebracht:
- angeblich hat ein reicher Kaufmann das Haus für seine Geliebte gebaut;
- oder dass sich hier vor 1917 ein Bordell befand.
Keine dieser Versionen ist bestätigt, aber sie verleihen dem Ort Charakter.
Architektonisches Highlight
Das Hauptmerkmal des Hauses ist die Täuschung der Perspektive:
- die schmale Schmalseite erzeugt den Effekt einer „flachen Wand“;
- auf Fotos wirkt das Gebäude unwirklich;
- aus verschiedenen Blickwinkeln wird es unterschiedlich wahrgenommen.
Daher ist dies einer der beliebtesten Fotospots in Schytomyr.
Interessante Fakten über das „Flache Haus“
Das „Flache Haus“ ist längst nicht nur eine architektonische Besonderheit, sondern auch der Held städtischer Geschichten und Legenden geworden.
Erstens ist das Gebäude in Wirklichkeit nicht flach. Es ist ein vollwertiges Gebäude in dreieckiger Form mit zwei Flügeln, die in einem spitzen Winkel aufeinandertreffen und so einen Effekt erzeugen, der einer Herzsilhouette ähnelt.
Zweitens ist der Effekt der „flachen Wand“ eine optische Illusion. Aus dem richtigen Blickwinkel scheint es, als gäbe es an dem Gebäude nur eine Fassade mit Fenstern, während die Seitenwände zu verschwinden scheinen. Genau diese optische Täuschung hat das Gebäude berühmt gemacht.
Ein weiterer Punkt ist, dass sich die Wahrnehmung des Gebäudes je nach Blickwinkel verändert. Von der einen Seite sieht es wie ein ganz normales Gebäude aus, von der anderen wie eine dünne Kulisse ohne Tiefe. Deshalb wird es oft fotografiert, und wer es zum ersten Mal sieht, traut seinen Augen nicht sofort.
Erwähnenswert sind auch die städtischen Legenden – von romantisch bis mystisch. Einige Einheimische versichern, dass man hier seltsame Geräusche hören oder sogar auf etwas „Jenseitiges“ stoßen kann. Beweise dafür gibt es nicht, aber solche Geschichten verstärken nur das Interesse an dem Ort.
Und noch eine Tatsache: Trotz seiner Bekanntheit ist dies kein Museum oder touristisches Objekt, sondern ein Gebäude mit Institutionen im Inneren. Deshalb wirkt es „lebendig“ und nicht wie eine Kulisse für Touristen.
Wie man dorthin gelangt
Das Haus steht am Majdan Peremohy (Siegesplatz), sodass es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis zur Haltestelle „Plojschtscha Peremohy“ (Siegesplatz) leicht zu erreichen ist:
- Bus Nr. 102;
- Marschrutkas (Sammeltaxis) Nr. 2, 11, 19, 40, 58;
- O-Busse Nr. 2, 3, 5A;
- Straßenbahn.
Was sich in der Nähe befindet
Das Haus liegt im Herzen der Stadt, daher befinden sich in der Nähe:
- Die Christi-Verklärung-Kathedrale;
- Das Haus an der Kijïwska-Straße, in dem Mychajlo Kozjubynskyj lebte;
- Die Fußgängerzone Mychajliwskaja-Straße mit dem Tribel-Haus.
Dies ist ein Punkt, den man leicht in jede Route einbauen kann.
Was man wissen sollte
- Es ist kein Museum – im Inneren arbeiten Institutionen;
- Der beste Blickwinkel ist von der Seite des spitzen Winkels;
- Auf Fotos sieht das Gebäude noch eindrucksvoller aus als in Wirklichkeit;
- Eines der „versteckten“ Highlights von Schytomyr.
Das „Flache Haus“ ist ein Beispiel dafür, wie Einschränkungen etwas Einzigartiges schaffen können. Eine einfache architektonische Lösung hat sich in eine Stadtlegende und einen der interessantesten Fotospots von Schytomyr verwandelt.