Die Mychajliwka-Straße ist eine der stimmungsvollsten Straßen von Schytomyr. Sie bildet das historische Stadtzentrum, das wie durch ein Wunder die alte Bebauung bewahrt hat und heute ganz anders aussieht als typische Hauptstraßen von Gebietshauptstädten. Hier existieren verschiedene Kulturepochen nebeneinander, und die alten Gebäude prägen bis heute den Charakter der Stadt.

Genau hier, an der Ecke Mychajliwka- und Ljatoschynskyj-Straße, steht das Tribel-Haus — eines der bekanntesten historischen Bauwerke von Schytomyr.

Geschichte des Tribel-Hauses

Das dreistöckige Gebäude wurde an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert im Auftrag des Fabrikanten Hilarij Tribel errichtet. Das Bauwerk hob sich sofort von der umliegenden Bebauung ab — vor allem durch die Kombination von Eklektizismus mit neugotischen Elementen.

Die Familie Tribel war weit über die Grenzen von Schytomyr hinaus bekannt. Ihr Familienunternehmen — die Herstellung von Glacéhandschuhen — erfreute sich im ganzen Russischen Reich großer Beliebtheit. Die Handschuhe der Familie Tribel galten als Zeichen von Status und Qualität, und zu ihrer Kundschaft zählten der Adel sowie wohlhabende Familien.

Das neugotische Tribel-Haus an der Ecke Mychajliwka- und Ljatoschynskyj-Straße in Schytomyr

In dem Gebäude waren Werkstätten, die Wohnung des Eigentümers und vermietbare Räumlichkeiten miteinander vereint: Hier arbeiteten Geschäfte, Institutionen und verschiedene städtische Dienste.

In den 1920er- und 1930er-Jahren befanden sich in dem Gebäude die Redaktionen von Zeitungen:

  • „Robitnyk“;
  • „Radjanska Wolyn“.

Das Gebäude war also zeitweise auch ein wichtiger Teil des Informationslebens der Stadt. In den Jahren 1928–1934 arbeitete hier der Dramatiker Iwan Kocherha — daran erinnert eine Gedenktafel.

Das „Tribel-Haus“ heute

Heute befindet sich in dem historischen Gebäude das Restaurant „Dim Tribel“, das die Atmosphäre des alten Schytomyr mit moderner Gastronomie verbindet: lokale Produkte, Autoren-Cocktails, moderne Präsentation von Gerichten.

Das Lokal liegt in dem historischen Bauwerk selbst, sodass die Besucher nicht nur zu Mittag essen, sondern buchstäblich die Atmosphäre der alten Mychajliwka-Straße spüren können.

Architektur

Das Tribel-Haus ist dank seiner Form und Details leicht zu erkennen:

  • Ecklage;
  • neugotische Elemente;
  • dekorative Fassadengestaltung;
  • große Fenster;
  • komplexe Dachgeometrie.

Genau solche Gebäude prägten das Erscheinungsbild des „alten Schytomyr“ in der Blütezeit der Stadt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Die Mychajliwka-Straße — die Elite-Straße des alten Schytomyr

Die Mychajliwka-Straße galt stets als prestigeträchtiger Teil der Stadt. Hier ließen sich Adlige, Kaufleute, die städtische Elite und wohlhabende Unternehmer nieder, weshalb sich in der Straße Banken, Geschäfte, Werkstätten, Handelseinrichtungen und Verwaltungsgebäude konzentrierten.

Auch heute ist diese Atmosphäre teilweise erhalten geblieben, und die Straße selbst ist eine Fußgängerzone.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Bei einem Spaziergang über die Mychajliwka-Straße lohnt es sich, auf einige weitere markante Objekte zu achten:

Dies ist eine der besten Straßen von Schytomyr gerade für einen Spaziergang zu Fuß.

Was man wissen sollte

  • das Gebäude ist kein Museum — hier befinden sich ein Restaurant und Büros;
  • es sieht von der Ecke der Kreuzung aus am besten aus;
  • es ist eines der fotogensten historischen Gebäude der Stadt.

Das Tribel-Haus ist ein Beispiel dafür, wie das wohlhabende Schytomyr vor über hundert Jahren aussah. Hier verbanden sich Architektur, Wirtschaft und Stadtgeschichte. Und die Mychajliwka-Straße selbst bleibt einer der wenigen Orte, an denen man das alte Schytomyr noch wirklich spüren kann.