Das Dorf Stowpiw ist Teil der Stadtgemeinde Tschudniw im Rajon Schytomyr. Laut der Volkszählung von 2001 lebten hier 791 Personen. Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 1512. An der nordöstlichen Peripherie entspringt der Fluss Drenytschka.

Jahrhundertelang war Stowpiw eine kleine Siedlung inmitten der Wälder Wolhyniens. Unweit davon existierte im 17. Jahrhundert das Städtchen Lisnohorod, das später verschwand, aber unterirdische Keller und gemauerte Überreste hinterließ. Im 19. Jahrhundert gab der neue Besitzer des Dorfes, Jankowski, beträchtliche Mittel für die Erforschung dieser Keller aus — sie sind auch heute noch für Forscher und Archäologen von Interesse.

Heute ist Stowpiw ein ruhiges Dorf mit traditioneller ländlicher Bebauung, in dem das Herrengut aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben ist — das wichtigste historische Wahrzeichen des Dorfes.

Herrengut: Architektur und Besitzer

Geschichte des Anwesens

Im 18. Jahrhundert gehörte das Dorf Jozef Chrzonstowski, dem Mundschenk von Letschiw, der in Dokumenten aus den Jahren 1750 und 1759 erwähnt wird. Später ging das Anwesen mehrfach an andere Vertreter des lokalen Adels über.

Architektonische Besonderheiten

Das Gut in Stowpiw ist ein eingeschossiges Gebäude, typisch für wolhynische Adelssitze des 19. Jahrhunderts. Es ist schlicht und bescheiden, ohne reichen Dekor, doch die Fassade wird durch einen Portikus auf vier Säulen geschmückt, an dem das Haus leicht zu erkennen ist.

Das Gebäude steht auf einer kleinen Lichtung inmitten von alten Fichten, was ihm eine besondere Gemütlichkeit verleiht. Solche Güter gehörten gewöhnlich weniger begüterten Adligen und spiegelten den bescheidenen Wohlstand des Besitzers wider.

Heutige Nutzung

Heutzutage befindet sich im Gut eine Dorfschule, wodurch das Gebäude erhalten bleibt und der Gemeinschaft dient.

Historische Bedeutung von Stowpiw

Das Dorf und sein Gutshof sind ein Beispiel dafür, wie in Wolhynien wenig bekannte Denkmäler der Adels- und ländlichen Architektur erhalten geblieben sind. Stowpiw verbindet Natur — Wälder, Lichtungen, die Quellen der Drenytschka — mit dem kulturellen Erbe des 19. Jahrhunderts.

Das Gut spiegelt das Leben des wolhynischen Adels wider, für den im Gegensatz zu den prächtigen Palästen reicher Familien Mäßigung und Zweckmäßigkeit beim Bauen charakteristisch waren.

Warum sich ein Besuch in Stowpiw lohnt

  • Herrengut aus dem 19. Jahrhundert — ein seltenes Beispiel für ein bescheidenes wolhynisches Anwesen.
  • Natürliche Umgebung — alte Fichten, Waldlichtungen und der Fluss.
  • Historische Spuren von Lisnohorod — alte gemauerte Keller.
  • Lebendiges Erbe — das Gut, das dem Dorf nach wie vor als Schule dient.

Herrengut in Stowpiw mit viersäuligem Portikus

Herrenhaus inmitten alter Fichten

Fassade des Guts in Stowpiw

Portikus des Guts aus der Nähe

Seitenfassade des Guts in Stowpiw

Lichtung beim Gut in Stowpiw