Der Schlosshofberg in Schytomyr ist einer der ältesten und bedeutendsten historischen Orte der Stadt. Genau hier, den Legenden nach, begann die Geschichte von Schytomyr. Der Ort liegt am felsigen Ufer des Flusses Kamjanka unweit seiner Mündung in den Teteriw und vereint mehrere Geschichtsschichten – von altrussischen Zeiten bis zum modernen Stadtraum.
Überlieferungen zufolge gründete an diesem Berg ein Krieger namens Schytomyr, der in der Druschyna der Fürsten Askold und Dir diente, die erste befestigte Siedlung. Nach dem Tod der Fürsten verließ er Kiew und wählte diesen Ort für ein neues Leben – auf natürliche Weise durch Felsen und Wasser geschützt.
Geschichte und Festung
Jahrhundertelang hatte dieses Gebiet eine strategische Bedeutung. Ungefähr vom 11. bis zum 18. Jahrhundert befand sich hier eine Festung – anfangs aus Holz, später auch aus Stein. Sie schützte die Stadt vor Angriffen und war ihr administratives Zentrum.
Bis heute ist die Befestigungsanlage selbst nicht erhalten geblieben – nur unbedeutende Fragmente von Wällen und der Topografie sind geblieben. Doch selbst diese Spuren lassen erahnen, wie mächtig dieser Verteidigungspunkt zu seiner Zeit war.
Der Schlosshofberg im Jahr 1918, Foto aus dem Album „Maj 1918. Shitomir, Ukraina“.
In den Archivbeständen ist eine seltene Aufnahme aus dem Jahr 1961 aufbewahrt, die den Schlosshofberg festhält. Der Autor des Fotos ist Borys Dubman. Die Aufnahme wurde im Frühling gemacht und später mit modernen Technologien wiederhergestellt.
Unterirdische Gänge
Eine der interessantesten Besonderheiten des Schlosshofbergs sind die unterirdischen Gänge, die in verschiedenen Tiefen verlaufen. Sie bildeten ein ganzes System, das sowohl Verteidigungs- als auch Wirtschaftsfunktionen erfüllte.
Während der Forschungen stellte sich heraus, dass einer der Tunnel direkt zum Fluss Kamjanka führte. Das war von entscheidender Bedeutung, denn auf dem Territorium des Schlosses gab es keinen Brunnen – so wurde die Wasserversorgung während einer Belagerung sichergestellt.
Die Mehrheit dieser Gänge ist heute für den freien Besuch nicht zugänglich, aber die bloße Tatsache ihrer Existenz verleiht dem Ort etwas Geheimnisvolles und bringt eine eigene Schicht städtischer Legenden hervor.
Heutiges Aussehen
Heute ist der Schlosshofberg eine kleine, aber gemütliche städtische Grünanlage mit einer Aussichtsplattform über dem Tal der Kamjanka. Hier ist ein Gedenkzeichen zu Ehren der Gründung von Schytomyr aufgestellt, das an die historische Bedeutung dieses Standorts erinnert.
Der Ort ist bei den Stadtbewohnern für Spaziergänge, Erholung und Fotos mit Aussichten beliebt. Trotz der geringen Größe spürt man hier eine ganz andere Atmosphäre – ruhiger und „historischer“ als im übrigen Zentrum. Die Stadt verfügt über ein Konzept zur Umgestaltung des Schlosshofbergs, sodass sich der Raum in Zukunft verändern könnte.
Was sich in der Nähe befindet
Der Schlosshofberg ist das Herz des historischen Zentrums. In der Nähe:
- Gebietsturn- und Heimatmuseum Schytomyr;
- Naturmuseum;
- Magistratsgebäude;
- Sankt-Sophien-Kathedrale, alte Viertel und Aussichtspunkte.
Dies ist ein praktischer Ort, den man leicht in eine Fußgängerroute einbeziehen kann.
Was man wissen sollte
- es handelt sich eher um einen historischen Standort als um einen großen Park;
- der Hauptwert liegt im Kontext, nicht im Maßstab;
- unterirdische Gänge existieren, aber der Zugang zu ihnen ist beschränkt;
- der Ort eignet sich gut für einen kurzen Stopp.
Schlossberg – der Ort, an dem Schytomyr beginnt. Hier gibt es keine monumentalen Bauten, aber das Wichtigste: Geschichte, die in der Topografie, den Legenden und dem Raum selbst spürbar ist. Dies ist einer jener Orte, die ein Verständnis für die Stadt vermitteln und nicht nur ein schönes Bild.
