Der Sokolowskyj-Steinbruch ist einer der eindrucksvollsten Orte von Schytomyr. Es handelt sich nicht um einen natürlichen See, sondern um einen ehemaligen Granitsteinbruch am nördlichen Stadtrand nahe Kroschnja, der durch Grundwasser geflutet wurde. So entstand ein riesiges Felsenbecken mit sauberem, kaltem Wasser und steilen Felsufern.
Die Tiefe des Steinbruchs beträgt etwa 100 Meter: Taucher, die sie mit Geräten gemessen haben, sprechen von 99–104 m, und in Nachschlagewerken findet man auch Angaben von „bis zu 110 m“. Dies ist einer der tiefsten gefluteten Steinbrüche der Ukraine.
Wie der Steinbruch entstand
Hier wurde 1936 mit dem Abbau von Granit begonnen. Der Abbau erfolgte in großem Maßstab mit Sprengarbeiten, und genau damals bildete sich die charakteristische stufenförmige Form des Beckens heraus.
Eines der interessantesten Details ist die Spiralstraße, auf der LKW den Granit an die Oberfläche transportierten. Sie verlief im Kreis gegen den Uhrzeigersinn um den Steinbruch. Heute liegt die Straße vollständig unter Wasser und ist nur für Taucher sichtbar.
In den 1980er-Jahren wurde der Abbau eingestellt: Das Grundwasser begann den Steinbruch zu fluten. Bis 1993 füllte das Wasser das gesamte Becken, und das Industriegebiet verwandelte sich in ein ungewöhnliches Gewässer.
Was ihn heute so interessant macht
Der Sokolowskyj-Steinbruch ist ein Magnet für Liebhaber ungewöhnlicher Orte:
- klares Wasser — Sichtweite gewöhnlich 8–10 m;
- ein mehrstufiger Boden mit Absätzen;
- Felsvorsprünge und Klippen;
- versunkene Objekte, darunter Autos.
Seit 1993 ist der Steinbruch einer der wichtigsten Ausbildungsorte für Taucher; hierher kommen nicht nur Menschen aus Schytomyr, sondern auch aus Kyjiw und anderen Städten. Das natürliche Licht unter Wasser schwindet ab etwa 35 m.
Es gibt eine beliebte Legende über einen versunkenen Bagger, der angeblich auf dem Grund zurückgeblieben ist. Bislang hat kein Taucher diese Legende bestätigt.
Wichtige Hinweise
Der Sokolowskyj-Steinbruch ist keine offizielle Erholungszone: Es gibt hier keinen ausgebauten Strand, keine Bojen und keine Rettungsschwimmer. Dennoch kommen im Sommer Tausende Einwohner von Schytomyr hierher. An den Ufern wird leider oft Müll hinterlassen, den die städtischen Dienste regelmäßig aufräumen müssen — nehmen Sie Ihren Müll bitte wieder mit.
Was zu beachten ist:
- das Wasser ist selbst im Sommer sehr kalt, besonders in der Tiefe;
- in 5–25 m Entfernung vom Ufer fällt der Grund steil ab;
- die Felsufer sind hoch, das Springen ins Wasser ist gefährlich;
- eine flache Stelle mit sanftem Einstieg gibt es auf der Seite von Kroschnja — sie wird oft von Familien mit Kindern gewählt.
Anreise
Aus Kyjiw: mit dem Bus oder dem eigenen Auto nach Schytomyr (etwa 140 km über die Autobahn M-06).
In Schytomyr: mit der Marschrutka Nr. 8 bis zur Haltestelle „Garaschny kooperatyw“, danach zu Fuß. Am bequemsten ist es mit dem Taxi oder dem eigenen Auto.
In der Umgebung
Der Steinbruch liegt am Stadtrand, daher gibt es in der Nähe keine touristische Infrastruktur. Dies ist ein Ort, bei dem es um Wasser, Felsen und eine Atmosphäre wie „außerhalb der Stadt“ mitten in Schytomyr geht.
Was man wissen sollte
- es ist ein gefluteter Granitsteinbruch und kein natürlicher See;
- der Ort ist nicht für sicheres Baden ausgebaut;
- beliebt bei Tauchern;
- sieht von oben, von den Felsen aus, am eindrucksvollsten aus.
Der Sokolowskyj-Steinbruch ist ein Beispiel dafür, wie sich ein Industrieobjekt in einen der schönsten Orte der Stadt verwandelt hat. Es ist ein Ort nicht für jedermann, aber wenn Sie ungewöhnliche Orte mögen, ist er einen Besuch wert.